Irland 2015 #02 – mit Links durch Irland

cliffs of moher

Der Titel ist Programm. Am 27.12.15 landeten wir voller Vorfreude in Dublin und holten gleich unseren kleinen Opel Corsa von der Autovermietung ab. Natürlich wollte ich auf der falschen Seite einsteigen. Er stand auf einem recht großen Parkplatz und ich dachte mir, ach lass uns noch eine Proberunde drehen, denn es war schon dunkel und Links fahren ist für Dirk ja auch neu. Aber nein, Dirk macht gleich das Navi an und ab auf die Piste. Zuerst auf eine 3-spurige Autobahn, das war echt ok, wenn ich das so als Beifahrer sagen darf. Es fühlte sich schon irgendwie falsch an, aber die breite Straße gab mir ein Gefühl der Sicherheit.

Unsere Unterkunft war in Camross Laois und ca. 2 Stunden Autofahrt (Google Maps Link) entfernt vom Flughafen.

Dank der sehr genauen Beschreibung von Joe (unser Vermieter) haben wir uns nicht einmal verfahren. Wir wurden dann von Joe in Mountrath, einer kleinen Stadt in der Nähe seines Hauses, abgeholt. Wir sind ihm dann einfach hinterher gefahren oder besser gesagt gerast. Joe hatte Spaß am Schnellen fahren. Es ging über kleine Hügel und kleine, enge, fiese Brücken Richtung Joes Haus. Dirk hat das echt super gemeistert, auch ohne meinen Zuspruch. Denn ich saß mit zusammen gekniffenden Augen neben ihm und hab keinen Mucks gemacht. Ich hatte echt mega Angst. Das war sehr weit ausserhalb meiner Komfortzone. Im Nachhinein meinte Dirk, ganz wohl war ihm auch nicht.

Zu diesem Zeitpunkt lebten wir schon vegan mit kleinen Einschränkungen oder man könnte sagen, wir waren in der Findungsphase. Joe hat uns sein Haus gezeigt und uns sehr gastfreundlich den Kühlschrank gefüllt. Nun ja, es gab Milch, Eier und White und Black Pudding, eine Art Blutwurst und Spezialität in Irland. Wir versuchten es wirklich, weil der Hunger sehr groß war, aber am Ende sind wir mit Oreo Keksen ins Bett gegangen.

Am nächsten Tag haben wir ein bisschen ausgeschlafen und dann trieb der Hunger uns nach Mountrath zum Frühstücken. Nach dem Frühstück sind wir nach Kilkenny und haben uns diese wunderschöne kleine Stadt angesehen. Wir waren völlig begeistert von dem Harry-Potter-Charme der Stadt. Ich fühlte mich in einigen Straßen wie in der Winkelgasse. Alles war natürlich noch sehr weihnachtlich geschmückt. Das machte die Atmosphäre aber nur noch besser.

Wir haben das wunderschöne Kilkenny Castle besucht und waren trotz Regen ganz entzückt von so viel Authentizität. So haben wir uns Irland vorgestellt.

IMG_7460IMG_7459IMG_7462

Nach dem Castle sind wir erstmal auf ein Bierchen und was zu essen in einen Pub.

IMG_7473

Nach dem Bier wollten wir eigentlich zum einkaufen und sind an einer kleinen Gasse vorbei und wurden stutzig. Es sah ein bisschen mystisch aus und ein Mann meinte zu uns: „Es lohnt sich weiterzugehen.“ Das haben wir dann ganz zaghaft getan.Am Ende der Gasse erwartete uns The Hole in the Wall, der kleinste Pub der Stadt. Ein unvergessliches Erlebnis, dass uns einfach nur umgehauen hat. Die Bardame hat uns über die Geschichte des Pubs aufgeklärt, die geschichtlich weit zurückreicht.

Die schönste Anekdote war die Erklärung der Namensgebung des Pubs. Das „Loch in der Wand“ war früher für Geistliche, die ebenfalls häufig zu Gast in dem Pub waren. Um unentdeckt in den Pub zu gelangen und auch wieder zu verschwinden, gab es das „Loch in der Wand“.

Wir tranken Tee und teilten uns die Aufmerksamkeit der Bardame mit genau 2 weiteren Gästen. Der Pub war damit voll besetzt. Dieser Ort ist ein „Must See“, wenn man in Kilkenny ist.

Dann noch schnell ein paar Lebensmittel einkaufen und wieder nach Hause die nächsten Tage planen.

Der Beginn einer Freundschaft, die Dirk’s Leben veränderte

Am nächsten Morgen gab es dann Porridge, wie es üblich ist in Irland. Porridge ist Haferbrei. In diesem konkreten Fall leicht gesüßt und mit warmen Waldbeeren gemischt. Für Dirk war es der erste Haferbrei, ein wahres Erlebnis. Ab diesem Tag ist der Frühstücksporridge ein ständiger Begleiter und bis heute sein absoluter Favorit.

IMG_7492

Die Cliffs of Moher am 29.12.15

Nach dem prägenden Frühstückserlebnis machten wir uns auf dem Weg zu den Cliffs of Moher. Etwa 3 Stunden hat hat die Fahrt (Google Maps Link) von unserer Unterkunft gedauert. Aber es hat sich mehr als gelohnt.

Kurz vor den Klippen gab es einen Parkplatz, der uns 15€ kostete. Von der Parkplatzmitarbeiterin wurden wir gleich gewarnt, dass es bei dem Sturm nicht ganz ungefährlich ist und die ganzen Shops schon geschlossen wurden. Wir sollten uns beeilen, da der Sturm noch ziemlich zunehmen werde. Tja, Sturm und Regen haben uns in Irland überall hin begleitet, aber nicht abgehalten. Tatsächlich standen wir schräg an der Brüstung und kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. Hier ein paar Eindrücke.

Nach dieser stürmischen Aussicht wollten wir auf dem Weg nach Hause noch bei der Tullamore Distilery vorbei und ein bisschen Wiskey-Duft schnuppern. Leider hatten wir kein Glück und sie hatte geschlossen.

An diesem Tag haben wir gemerkt, wie schnell es dunkel wird und wir ja wieder den Berg zu unserer Hütte hinauf müssen. Also schnell nach Hause, Essen kochen und gemütlich ins Bett und Serie gucken. Der Tag war einer der schönsten meines Reiselebens.

Im nächsten Beitrag schreiben wir über unseren Tag in Dublin. Da gab es einiges zu sehen und viel zu zeigen.

Bis dahin, Dirk und Jule

Ein Kommentar bei „Irland 2015 #02 – mit Links durch Irland“

  1. Toller Beitrag. Aber anfangs ist das Datum falsch.

Schreibe einen Kommentar